6. Dezember

Nikolausüberraschung
Heute am Nikolaustag habe ich eine kleine Überraschung für Dich. Für einen Kurs, den du bei mir buchst, bekommst du 10%. Rabatt
Code: Stille im Kopf
(gültig bis zum 31. Dez.)
Zur Adventszeit gehören Märchen, denn auch Erwachsene lieben es, sich in die Welt der Fantasie hinein zu träumen. Wenn du magst, dann gönne Dir jetzt eine kleine Pause vom Alltag und entspanne Dich. Ich lade Dich ein, mich in den Orient zu begleiten: Zu einer Geschichte aus dem 13. Jahrhundert.
Der Kalif von Bagdad

Die Frau eines Nomaden sagte zu ihrem Mann: “Wir haben Regenwasser in diesem Krug. Dies ist Dein Gut, Dein Besitz und Dein Reichtum. Nimm den Krug und begib Dich auf Reisen zum König der Könige. Gib ihm dies als Geschenk. Sage zu ihm:`Dies ist das Beste, was wir besitzen. In der Wüste gibt es nichts Kostbareres als Wasser.´Seine Schatzkisten sind voll mit Gold und Geschmeide, doch er wird kein Wasser haben vergleichbar mit diesem: Es ist himmlisch!“ 

Der Mann strahlte vor Stolz. „Wer hat ein solches Geschenk!“ dachte er: “Es ist tatsächlich eines Königs wie dem unseren wert.“ Die Frau wusste nicht, dass sich durch die Hauptstadt Bagdad ein großer Fluss mit Wasser zog, süß wie Zucker und für jedermann zugänglich. Ein großer Fluss, der wie ein Meer durch die Stadt strömte, voller Boote und Fischernetze.

„Geh zum Sultan und bewundere seine Pracht und Würde!“ Ohne zu zögern brachte der Mann seinen Krug, vor Dieben verborgen und geschützt gegen Steinschlag, bis vor den Thron des Kalifen. Als der Nomade aus der fernen Wüste an den Palasttoren des Kalifen ankam, sprach er: “Oh Ihr, dessen Züge die Zeichen des Adels in sich tragen. Oh Ihr, allein Euch zu sehen, ist wert, tausend Dinar zu geben. Ich bin ein Fremder, aus der Wüste gekommen, in der Hoffnung, die Gnade des Sultans zu erhalten. Der Duft Eurer Gnade hat sich über die Wüsten verbreitet. Sogar die Sandkörner sind dadurch beseelt worden. Ich habe die lange Reise unternommen, um Lohn zu erbitten. Ich habe köstliches Wasser mitgebracht als Geschenk, für ein wenig Brot, und diese Hoffnung auf Brot hat mich in das Paradies Eurer Gegenwart gebracht.“

Als der Kalif den Nomaden sah und seine Geschichte hörte, füllte er das Wasser um und tat in den Krug Gold und noch andere Geschenke hinein. Er sagte zu einem seiner Diener: “Gib dem Mann diesen Krug in die Hand und lass ihn, wenn er nach Hause zurückkehrt ein Stück des Weges auf dem Tigris fahren.“ Als der Araber an Bord eines Bootes ging und den Tigris sah, machte er eine tiefe Verbeugung. Mit tief gesenktem Haupt sprach er: „Oh! Wie wunderbar ist die Großzügigkeit dieses weisen Königs. Und noch außergewöhnlicher ist, dass er das Wasser angenommen hat.

(Rumi)